Zwei Theaterpädagogen für Villingen-Schwenningen

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Zwei Theaterpädagogen für Villingen-Schwenningen

Villingen-Schwenningen. Das Theaterspiel fördert nicht nur künstlerische, sondern auch soziale Kompetenzen und kann einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung leisten. Schon lange hatte sich das Amt für Kultur in Villingen-Schwenningen deshalb dafür eingesetzt, auch diesen Bereich abzudecken. Zum Schuljahr 2018/19 wurde nun vom Gemeinderat endlich eine Stelle genehmigt, die sich seit September zwei Theaterpädagogen teilen.

Viel Erfahrung und eigene Schwerpunkte

Ingeborg Waldherr und Thomas Elgner, die das Team des Amtes für Kultur ergänzen, freuen sich darauf, junge Besucher beim Einstieg in die Welt des Theaters und der Musik zu begleiten, sie dafür zu begeistern und auch Bildungseinrichtungen im kulturellen Bereich zu unterstützen. Ingeborg Waldherr studierte Theaterregie an der Universität Folkwang der Künste Essen; einer ihrer Schwerpunkte ist das Jugendtheater. Thomas Elgner absolvierte nach dem Studium der Soziologie und Ethnologie eine Ausbildung an der Zirkusschule in Granada und ist auch als Dozent für Erlebnispädagogik tätig.

Spannende Projekte für die Zukunft

Seit Arbeitsbeginn stehen die beiden Theaterpädagogen im regen Austausch mit den örtlichen Schulen, frischen bestehende Kooperationen – wie das Projekt „Theater für alle“ mit einer Gemeinschaftsschule sowie die bestehenden Konzert- und Theaterpatenschaften – auf und knüpfen neue Kontakte. „Die Kooperationen zwischen den Schulen und kulturellen Institutionen im Sinne der kulturellen Bildung liegen uns sehr am Herzen“, so Waldherr. Auch in das Projekt „KUMFI – Kultur macht fit“ (s. Inthega Kultur-Journal 3/2018) wurden die beiden direkt mit einbezogen und werden in diesem Rahmen ab diesem Schuljahr SchülerInnen fürs Theater begeistern. Ebenso haben sie bereits erste Planungen für regelmäßige Schultheatertage mit Workshopangeboten erarbeitet, um den schulischen Theater- und Musikprojekten eine öffentliche Bühne zu geben und das Theater als kulturellen Ort für Kinder und Jugendliche noch stärker zu öffnen. Ein weiteres Anliegen ihrer theaterpädagogischen Arbeit ist es, neue Räume für kulturelle Partizipation zu erschaffen. Villingen-Schwenningen weist eine sehr heterogene Bevölkerungsstruktur auf, die sich vor allem durch einen großen Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte auszeichnet. „Die Trennlinien zwischen den Communities, die hier leben, werden häufig durch identitätsstiftende Merkmale bestimmt. Das institutionelle Kulturangebot erreicht den Großteil dieser Menschen nicht“, so Elgner. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, Räume zu erschaffen, die Begegnung ermöglichen und in denen durch Mitgestaltung und Aneignung in künstlerischen Prozessen Trennlinien aufgeweicht und zu kulturellen Verbindungslinien umgewandelt werden können“.

Allgemein sollen Theater und Konzertsaal „zu einem Ort kultureller Erfahrung und lebendigen Austausches werden“, wünscht sich Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier. „Die Kinder und Jugendlichen sollen entdecken, wie spannend, lehrreich und faszinierend Theater und Musik sind und wie sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen dadurch bereichern können“.  Denn durch diese positiven Erlebnisse werde der Grundstein für ein lebenslanges Interesse an Kultur gelegt.

2018-12-19T14:18:51+00:00