Von Krimi bis Kolumne: Heribert Prantl, Harald Martenstein u.a. beim Tuttlinger Literaturherbst

//Von Krimi bis Kolumne: Heribert Prantl, Harald Martenstein u.a. beim Tuttlinger Literaturherbst

Von Krimi bis Kolumne: Heribert Prantl, Harald Martenstein u.a. beim Tuttlinger Literaturherbst

Harald Martenstein beim Tuttlinger Literaturherbst

Tuttlingen. Der Literatur räumt die Stadthalle Tuttlingen seit Jahren in ihrem Herbstprogramm einen besonderen Stellenwert ein, so auch in ihrer 18. Spielzeit. Zwischen dem 8. Oktober und dem 6. November lesen im Rahmen des „16. Tuttlinger Literaturherbsts“ namhafte Autorinnen und Autoren. Den Auftakt macht Harald Martenstein, vielfach ausgezeichneter Autor der Kolumne „Martenstein“ im „ZEITmagazin“ und Redakteur beim Berliner „Tagesspiegel“. In der Folge sind als Gäste Heribert Prantl, die Trägerin des Deutschen Jugendliteraturpreises 2018, Manja Präkels, Krimiautor Christof Weigold und Grimme-Preisträger Moritz Netenjakob in der mittlerweile etablierten Reihe zu erleben. Hauptanliegen der veranstaltenden Tuttlinger Hallen ist es, das Interesse am Buch und am Lesen hoch zu halten – gerade heute, in Zeiten veränderter Lesegewohnheiten und des eBooks. Ein Literatur-Abo bietet rund 35% Preisvorteil und macht die Leseabende so zum preiswerten Vergnügen. Abos und Einzelkarten für alle fünf Abende sind jetzt im vergünstigten Vorverkauf zu haben.

„Wir richten uns mit dem ‚Literaturherbst‘ ausdrücklich nicht nur an Vielleser. Die ganz unterschiedlichen Leseabende mit renommierten und erfolgreichen Autorinnen und Autoren wollen gerade auch denen, die eher selten ein Buch zur Hand nehmen, zeigen, wie viel Vergnügen Lesen bereiten kann“, formulieren Geschäftsführer Michael Baur und der Tuttlinger Buchhändler und Kulturpreisträger 2012, Christoph „Stiefel“ Manz, ihre Zielsetzung. So bilden die Veranstaltungen viel von der Bandbreite zeitgenössischen literarischen Schaffens hierzulande ab. Vom Krimiabend über hochaktuelle, politische und gesellschaftskritische Kolumnen bis zur szenischen Lesung mit Musik („Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“) und zum Ein-Mann-Ensemble beim „Milchschaumschläger“ spannt sich der Bogen. „Die Reihe ist vor allem immer wieder ein großes intellektuelles Vergnügen und der gemeinsame Nenner ist die Qualität“, meint Baur. Eines haben die hochkarätigen Gäste gemeinsam: sie werden viel gelesen, gelobt oder diskutiert. Sie sollen – bei aller Unterschiedlichkeit – helfen zu vermitteln, dass Literatur auch ein Erlebnis sein und Lesen Freude und Spaß machen kann.

Eröffnen wird den Literaturherbst 2019 am Dienstag, 8. Oktober, Harald Martenstein. Sein jüngster Kolumnenband „Nettsein ist auch keine Lösung“ bringt wieder großartige Texte von Deutschlands Kultkolumnisten. Martenstein selbst kündigt „einfache Geschichten aus einem schwierigen Land“. Das verspricht eine Lesung, die gleichermaßen geistreich und frech, voll bissigen Humors, eigensinnig und unterhaltsam ist. Weiter geht es am 10. Oktober mit Spiegel-Bestseller-Autor Moritz Netenjakob und seinem Buch „Milchschaumschläger“. Der Abend verspricht eine satirische Lesung über eine Geschichte des Scheiterns, bei der Netenjakob als Ein-Mann-Ensemble mit Dutzenden von Stimmen sein Romanpersonal lebendig werden lässt. „Zum Glück war Moritz Netenjakob als Barista so erfolglos, wir wären sonst nicht in den Genuss dieses saukomischen Romans gekommen“, jubelt Christoph Maria Herbst.

Einer der interessantesten neuen Krimiautoren („Der Mann, der nicht mitspielt“) kommt am 18. Oktober: Christof Weigold liest aus „Der blutrote Teppich“, seinem zweiten Krimiband aus der Reihe um den deutschen Privatermittler Hardy Engel im Hollywood der 1920er-Jahre. Weigold schrieb Theaterstücke und war von 1996 bis 1999 fester Autor bei der »Harald-Schmidt-Show«. Seither arbeitet er als freier Drehbuchautor für Film und Fernsehen. Im Frühjahr 2018 erschien sein Debütroman. Ganz anders der nächste Literaturherbst-Termin am 23. Oktober: Manja Präkels liest aus ihrem preisgekrönten Romandebüt „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“. Die Autorin wurde 2018 für dieses Buch u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 und dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet. Ihr autobiografisch gefärbter Roman, der in der brandenburgischen Provinz in den 1980er und 1990er spielt, erzählt vom Aufwachsen in der DDR, von den Vorboten und den Folgen der Wende. Begleitet wird sie bei der szenischen Lesung von Thorsten Müller (Stimme, Klarinetten, Xylophon) und Benjamin Hiesinger (Kontrabass).

Den Abschluss macht dann am 16. November der vielfach preisgekrönte politische Publizist Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, Honorarprofessor an der juristischen Fakultät der Universität Bielefeld und gelernter Richter und Rechtsanwalt. Er liest aus „Vom großen und kleinen Widerstand“, seinem neuen Buch „Vom großen und kleinen Widerstand“, in dem er Widerständler und Whistleblower würdigt und warnt: „Wenn die Würde des Menschen wieder im Konjunktiv steht, wenn der Rassismus wieder auflebt – dann ist der Aufstand der Enkel und Erben der Weißen Rose aufgerufen. (…) Wir brauchen keine Stimmungen, sondern Werte.“

Auf das Publikum warten also fünf unterhaltsame, anspruchsvolle und sehr unterschiedliche Literaturveranstaltungen in der Stadthalle Tuttlingen. Karten und Abos (53,- € statt 78,10 € für alle fünf Abende) gibt es ab sofort bei der Vorverkaufsstelle der Tuttlinger Hallen, der Ticketbox in der Königstraße 13 (beim „Runden Eck“). Tickets sind dann außerdem bei allen Vorverkaufsstellen des KulturTickets Schwarzwald-Baar-Heuberg und online unter www.tuttlinger-hallen.de erhältlich. Ein telefonischer Kartenservice ist unter Tel. (07461) 910996 eingerichtet. Für Schulklassen gelten Sonderpreise.

2019-08-27T13:21:13+00:00