„Aus dem Nichts“ – Theaterversion des Golden Globe gekrönten Films

//„Aus dem Nichts“ – Theaterversion des Golden Globe gekrönten Films

„Aus dem Nichts“ – Theaterversion des Golden Globe gekrönten Films

TrioK Stadthalle Tuttlingen: Aus dem Nichts

Tuttlingen. Einen Politthriller nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin bringt die Stadthalle Tuttlingen zum Auftakt ihrer Theatersaison 2019/20 auf die Bühne: „Aus dem Nichts“, inszeniert vom EuroStudio Landgraf, erzählt eine Geschichte, die man nie erleben möchte, ein emotionales Drama über Verlust und Trauer, von einem tiefen seelisch-moralischen Konflikt und auch die Geschichte des deutschen Rechtsstaates im Umgang mit dem NSU. Die Parallelen zur Mordserie von Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe sowie zum anschließenden NSU-Prozess liegen auf der Hand. Zur opulenten Besetzung mit 11 Mitwirkenden (darunter Anna Schäfer und Mathias Kopetzki) zählt auch Christian Meyer, der bereits in der Hauptrolle in „Terror“ von Ferdinand von Schirach in Tuttlingen brillierte. Der Theaterabend in der Stadthalle Tuttlingen beginnt um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Tickets sind im verbilligten Vorverkauf zu haben; Preisermäßigungen sind mit einem Abo möglich: Das Wahlabo bringt bis zu 25%, das Theaterabo sogar 35% Preisvorteil.

Es gab in der Geschichte der Bundesrepublik nur vier Prozesse, die international für Aufsehen sorgten und als Meilensteine für die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte gelten: Neben den Nürnberger Prozesse ab 1945, in denen ein internationales Militärtribunal die Haupt-NS-Täter für ihre Verbrechen zur Verantwortung zog, waren dies die Auschwitz-Prozesse ab 1963 in Frankfurt, die Stammheim-Prozesse ab 1975 in Stuttgart gegen Mitglieder der terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) und der Münchner NSU-Prozess ab 2013. Letzterer inspirierte den auch international renommierten Hamburger Starregisseur Fatih Akin zu „Aus dem Nichts“. 2017 erhielt der Film das Prädikat »besonders wertvoll«, 2018 den Golden Globe als Bester nicht-englischsprachiger Film – die nach dem Oscar ® höchste Auszeichnung Hollywoods -, den Critics’ Choice Award und den Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch.

Den Filmstoff über rechtsextremistische Morde in Deutschland aus Sicht der Opfer und Hinterbliebenen heraus und den Umgang des deutschen Rechtsstaats mit Opfern und Tätern nationalsozialistischer Verbrechen bringt jetzt das EuroStudio Landgraf als Bühnenstück. „Aus dem Nichts“ ist ein meisterhafter Rachethriller vor dem Hintergrund der deutschen NSU-Morde, der auf ein provozierendes Ende hinausläuft. Die Geschichte: An einem Nachmittag bringt Katja ihren kleinen Sohn Rocco ins Büro ihres deutsch-kurdischen Mannes Nuri. Als sie am Abend zurückkehrt, sind beide tot. Eine vor dem Büro deponierte Nagelbombe hat alles zerfetzt. Katjas Welt hat sich aus dem Nichts heraus für immer verändert. Vor dem Anschlag hatte sie am Tatort eine junge Frau gesehen, die ihr mit einem schwarzen Behälter bepacktes Fahrrad an einer Laterne abstellte. Doch statt diese Spur zu verfolgen stürzt sich die Polizei lieber auf Nuris Dealer- bzw. Gefängnis-Vergangenheit und ermittelt im Rotlichtmilieu. Dann gehen ihnen zufällig die wahren Täter ins Netz. Hauptverdächtig ist das Neonazipärchen Möller. Aber der Prozess entwickelt sich anders als Katja erhofft … Als die Möllers aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden, beschließt Katja, gedemütigt und entsetzt, das Gesetz selbst in die Hand nehmen.

Das Angebot der Stadthalle Tuttllingen für Theaterfreunde umfasst bis April 2020 fünf weitere Theaterabende, nicht selten mit bekannten Bühnen wie den Hamburger Kammerspielen oder dem Münchener a.gon Theater und bekannten Schauspielstars wie Stefan Jürgens oder Volker Zack. Im Angebot sind „Hildegard von Bingen. Die Visionärin“ am 10. Dezember, „Der rechte Auserwähte“ am 26. Januar, das Berliner Kriminal Theater mit Sebastian Fitzeks „Passagier 23“ am 5. März, „Lehman Brothers. Aufstieg und Fall einer Dynastie“ vom a.gon Theater, München, am 25. März und „Die Streiche des Scapin“ (Neues Globe Theater, Potsdam, 24. April). Mit dem Theater-Abo lassen sich über 66 € sparen.

Karten für „Aus dem Nichts“ oder Theater-Abos gibt es bei der Vorverkaufsstelle der Tuttlinger Hallen, der Ticketbox in der Königstraße 13 (beim „Runden Eck“) im verbilligten Vorverkauf in drei Kategorien. Sie kosten ab 23,10 € (inkl. Gebühren) und sind auch bei den bekannten Vorverkaufsstellen des KulturTickets Schwarzwald-Baar-Heuberg in den Landkreisen RW, VS und TUT erhältlich. Online sind Karten unter www.tuttlinger-hallen.de zu haben. Ein telefonischer Kartenservice ist unter Tel. (07461) 910996 eingerichtet.

2019-09-24T10:43:46+00:00