Kelnhof-Museum 2017-06-22T12:57:54+00:00

Project Description

Ein mächtiges Gebäude in Gestalt eines typischen Baaremer Bauernhauses beherbergt die umfangreichen Sammlungen der Stadt Bräunlingen. Im Mittelalter befand sich hier der Kelnhof (Wirtschaftshof) des Klosters Reichenau, an die südliche Giebelseite war eines der vier Stadttore angebaut; später war das Haus lange Jahre „Wirtshaus zum Rössle“. 1988 öffnete das Kelnhof-Museum seine Pforten und zeigt seither auf einer Ausstellungsfläche von 840 Quadratmetern im Hauptgebäude und im Anbau, der sogenannten Widerkehre, Dauerausstellungen sowie drei- bis viermal jährlich Wechselausstellungen.

Die Dauerausstellung umfasst die Bereiche Archäologie, Geschichte, Volkskunde, Kunst- und Kulturgeschichte in vielfältigen Aspekten, die sich nicht nur ausschließlich auf die Stadt Bräunlingen, sondern auch auf die Region beziehen. So sind die Funde aus Gräbern, die zu einem alamannischen Adelshof gehörten, nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität, sondern auch wegen ihres Alters – sie stammen bereits aus dem 5. und 6. Jahrhundert – von besonderer Bedeutung.

Der weiteren Geschichte der Stadt, die auch im späteren Mittelalter ungewöhnliche blieb, ist breiter Raum gewidmet: Die Zähringerstadt Bräunlingen schied 1305 aus dem Fürstenbergischen Herrschaftsverband aus und blieb von da an 500 Jahre lang bei Österreich – eine vorderösterreichische Exklave mitten im Territorium der Grafen und späteren Fürsten zu Fürstenberg.

Mit einer Fülle von Objekten wirklichkeitsnah ausgestattet sind die Wohnräume, eine Küche, ein Kellerraum, Werkstätten und der Ökonomieteil und vermitteln so Eindrücke der Lebenswelt des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Auch technische Errungenschaften und Fortschritte in den Bereichen Haushalt, Landwirtschaft und Handwerk werden veranschaulicht. Ein Höhepunkt ist hier ganz gewiss der über eine Transmission betriebene Hammer in der Museumsschmiede, der bei Interesse in Betrieb gesetzt werden kann.

Farbenfroh und mit seltenen Exponaten ausgestattet, ist der Raum, der der Tracht der katholischen Westbaar und ihrer Entwicklung gewidmet ist. Auch die Sammlung von Gemälden des 19. Jahrhunderts hat zum überwiegenden Teil die Darstellung von Trachtenträgern zum Thema. Unter den aus Bräunlingen stammenden Künstlern hat vor allem Johann Baptist Tuttine (1838–1889) weit über seine Heimatstadt hinaus Bekanntheit erlangt.

Für eine kleine Stadt überraschend groß und reich ist die Kunstabteilung. Die Gemälde (17. bis 19. Jahrhundert) und Holzskulpturen stammen fast ausschließlich aus dem sakralen Bereich. Besonders hervorzuheben sind die aus der uralten St. Remigiuskirche stammenden Lindenholzskulpturen von Maria und Johannes aus der Zeit um 1220, die drei ähnlich alten Skulpturen aus der Markuskapelle im Stadtteil Mistelbrunn, die fünf spätgotischen Figuren aus dem Schrein des Flügelaltares der Remigiuskirche oder die anmutige Darstellung einer heiligen Agatha, geschaffen von einem Bildhauer aus dem Umkreis Johann Christian Wenzingers.

Kontakt:
Amt für Tourismus, Kultur und Sport
Kirchstr. 3
78199 Bräunlingen

Telefon (07 71) 603-171
kulturamt@braeunlingen.de
www.kelnhofmuseum.de

Anreise:
Kelnhof-Museum Bräunlingen
Zwingelgasse 1
78199 Bräunlingen

Öffnungszeiten:
Jeden 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr, Sonderausstellungen jeden Sonntag und Führungen für Gruppen nach Absprache.