
Tuttlingen. Im Oktober startet die Kleinkunstreihe der Tuttlinger Hallen, die „Bühne im Anger“, in ihre neue, mittlerweile 34. Spielzeit. Zuhause in der Angerhalle im größten Tuttlinger Stadtteil Möhringen, steht sie seit 1993 als Synonym für erstklassige Kleinkunst. Auch für die anstehende Spielzeit 2026/27 setzen die veranstaltenden Tuttlinger Hallen auf Programmvielfalt und Qualität und wollen „ein Programm für Hirn und Seele“ bieten. Eingeladen haben sie dafür bekannte, vielfach preisgekrönte Vertreter des Genres wie Matthias Egersdörfer, Stephan Bauer, Maladée, Maxi Schafroth oder den Death Comedian Der Tod, aber auch interessante neue Vertreter des Genres, die noch nie in der Angerhalle im badischen Möhringen zu erleben waren. Den Auftakt macht Kabarettstar Frank Fischer am 2. Oktober, fünf weitere Termine folgen jeweils bis zum Jahresende und im neuen Jahr. Karten für alle Veranstaltungen der „Bühne im Anger“ bis zum Jahresende mit Highlights für Kabarett-, Comedy- und Musikfreunde aus der ganzen Region und darüber hinaus sind im vergünstigten Vorverkauf erhältlich.
Kleinkunst hat ihren festen Platz im Programm-Portfolio der Tuttlinger Hallen – auch nach dem Ausscheiden von Berthold Honeker, der die Reihe einst initiierte und auch die eine oder andere Verpflichtung für die neue Saison noch getätigt hatte. Während die Kleinkunst in den frühen 1990ern noch als Nischenprodukt galt, hat sie heute ihren Platz im Kulturbetrieb gefunden. Frech, laut, öfter mal musikalisch, gerne auch provokativ, gelegentlich auch mal haarscharf unter der Gürtellinie, aber immer höchst unterhaltsam – so wird auch die neue Kleinkunstspielzeit in Tuttlingen-Möhringen. „Einen bunten Querschnitt durch die Kleinkunstszene mit ‚handverlesenen Künstler‘ zu präsentieren und Liveerlebnis pur mit Anspruch und Abwechslung zu bieten, das ist unser Anspruch“, formuliert Programmchef Michael Baur. „Wir setzen in der Angerhalle pralles Kleinkunstleben in vielen Ausformungen gegen Miesepetrigkeit, Zukunftsangst und die um sich greifende Tristesse. Futter fürs Hirn und herrlicher Blödsinn oder Berührendes, das der Seele gut tut. Das ist genau die Vielfalt, die sich das Publikum wünscht.“ Mit der Reihe „Bühne im Anger“ möchte der städtische Kulturbetrieb Tuttlinger Hallen für ausgesuchte Kleinkunstperlen stehen, mit denen man sich über die Jahre ein treues Stammpublikum erspielt hat. Tatsächlich waren in der Angerhalle schon fast alle namhaften Vertreter der Kleinkunstszene zu erleben, viele von ihnen legten hier einen Grundstein für spätere Erfolge wie etwa Bülent Ceylan, Martina Schwarzmann, Mario Barth, Sascha Grammel, Florian Schroeder oder Heinrich Del Core.
In der ersten Hälfte der Spielzeit 2026/27 warten Stars des Genres und Hochkaräter, die vielfach ausgezeichnet aus den Stahlbädern der Kabarett- und Kleinkunstwettbewerbe aufgetaucht oder durch regelmäßige TV-Präsenz einem Millionenpublikum bekannt sind, aufs Publikum in der Angerhalle. Da wäre gleich zum Auftakt der gebürtige Frankfurter Frank Fischer, der aktuell auf nicht weniger als 28 (!) Kabarett-/Kleinkunstpreise (darunter Prix Pantheon, Tuttlinger Krähe, Hamburger Comedy Pokal, Fränkischer und Schwäbischer Kabarettpreis) und ebenso viele Fernsehauftritte verweisen kann. Auch die „Krähe“-Gewinner Maladée und Der Tod (mit einem Weihnachtsprogramm!) sind im Herbstprogramm zu erleben, außerdem Kabarettstar Stepan Bauer, der in diesem Jahr mit dem Ehrenpreis des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Aufs Wiedersehen mit Matthias Brodowy aus Hannover dürften sich alle freuen, die seine außergewöhnliche Moderation des Tuttlinger Kleinkunstpreises in 2018 erlebt haben. Schließlich findet sich auch ein satirisch-kabarettistischer Jahresrückblick von HG Butzko, dem „Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts“, im Herbstprogramm der Reihe.
Für die Unterstützung der Kleinkunstabende danken die Tuttlinger Hallen ihren Sponsoren, der Kreissparkasse Tuttlingen, der Badenova und dem Gränzboten. „Sie sind ebenso Garanten fürs Kleinkunstvergnügen in Tuttlingen-Möhringen wie die Künstler oder die engagierten Teams des PiA-Cateringteams um Birgit Müller und von Light & Music um Bernd Krause“, freut sich Michael Baur.
Kleinkunst in Möhringen – dazu gehören neben dem Geschehen auf der Bühne auch der intime Rahmen und das besondere Flair eines Varietétheaters, mit Bistrotischen oder Barhockern, mit Kerzenschein und Bewirtung und vor allem mit ganz viel Nähe zu den Künstlern auf der Bühne. So ist die „Bühne im Anger“ bekannt geworden, und das soll auch mit der neuen Saison mit ihren insgesamt 13 Abenden so bleiben. Denn im neuen Jahr geht es schon ab 3. Januar mit „Bauchsängerin“ Murzarella und fünf weiteren Abenden bis April 2027 weiter. Zu erleben sind dann in Möhringen u.a. die TV-Kabarett-Stars Maxi Schafroth und Matthias Egersdörfer.
Karten für alle Herbst-/Winterveranstaltungen der „Bühne im Anger“ in der Angerhalle Tuttlingen-Möhringen gibt es jetzt im vergünstigten Vorverkauf bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Online gibt es Tickets unter www.tuttlinger-hallen.de, telefonisch sind Bestellungen ab 24. August auch wieder unter der Hotline 07461 / 96627300 in der Ticketbox möglich.
Hier das Programm bis zum Jahreswechsel im Überblick (alle Abende beginnen um 20 Uhr, Einlass 19 Uhr):
Freitag, 2. Oktober 2026
FRANK FISCHER | „Gagaland“
In über 20 Jahren auf der Bühne hat Frank Fischer seinen ganz eigenen Blick auf den Alltag und seine Mitmenschen entwickelt. Ausgezeichnet wurde er dafür mit 28 Kabarettpreisen – u.a. 2016 mit einer Tuttlinger Krähe.
Die Welt steht Kopf. Um sie zu verstehen, könnte man versuchen, einen Handstand zu machen. Oder man bleibt aufrecht sitzen und begegnet dem ganzen Irrsinn mit Humor. In seinem neuen Programm nimmt Frank Fischer Sie mit auf die Reise durch ein sonderbares Land, dessen schräge Bewohner er mit exakter Beobachtung und feinem Humor lebendig werden lässt. Er trifft auf finstere Franken, kesse Ruhrpottlerinnen und kommt beim Hören einer sächsischen Radiowerbung dem Wahnsinn schon sehr nahe.
Daneben ergründet er die drängenden Fragen unserer Zeit: Sollten wir der Künstlichen Intelligenz eine Chance geben, wenn es mit der natürlichen nicht klappt? Warum machen wir im Alter unbeabsichtigt Geräusche? Und wieso sollten wir skeptisch sein, wenn Fernzüge plötzlich pünktlich sind? Mühelos schlägt er den Bogen von großer Weltpolitik zu den Absurditäten des Alltags.
Denn egal ob Präsidenten, Promis oder die Verkäuferin hinter der Wursttheke – sie alle sind Teil von Gagaland …
Freitag, 23. Oktober 2026
MALADÉE | „Voilà, da bin isch!“
Die glamouröse Chaos-Chantöse ist eine brisante Mischung aus Mata Hari, Mireille Mathieu und Louis de Funès – und Gewinnerin der Tuttlinger Krähe 2025. Im Herbst 2026 steht sie endlich erstmals abendfüllend bei uns auf der Bühne!
Turbulent. Berührend. Unberechenbar. All das ist Maladée! Mit ihrer eindrucksvollen Stimme und ihrer bezaubernden Strahlkraft ist sie nicht nur eine akustische und visuelle Sensation, sondern ein Ganzkörper-Feuerwerk an Emotionen, das mitten ins Herz trifft. Hinreißende Comedy, absurder Schabernack, schelmischer Humor und schillernder Glanz wechseln sich ab mit Momenten der puren Melancholie – magnifique dramatique!
Ihres Zeichen Rampensau in dritter Generation, lässt die Primadonna keine Gelegenheit aus, ihre wertvollen Tipps in Sachen Sinnlichkeit, Glamour und Realitätsverdrängung zu verteilen. Sie versteht es, aus jeder Begebenheit ein Großereignis zu machen, immer verpackt in Chansons von Edith Piaf über Dalida bis hin zu Charles Aznavour. Mit viel Sinn für Groteskes und Doppeldeutigkeit bringt sich Maladée am liebsten selbst aus dem Konzept. Überraschung ist ihr Markenzeichen. Doch das Grand Désastre ist vorprogrammiert und so kann es passieren, dass ein Chanson zum sprichwörtlichen Drahtseilakt wird.
Eine Grande Catastrophe, die man nicht verpassen sollte!
Samstag, 31. Oktober 2026
STEPHAN BAUER | „Am Ende der Nerven und noch so viel Ehe übrig
Nach „Ehepaare kommen in den Himmel – in der Hölle waren sie schon“ und „Vor der Ehe wollt‘ ich ewig leben“ kommt jetzt das neue Kabarett-Solo: Es blickt in die Beziehungsabgründe des modernen Menschen, zeigt aber auch, wie wir eingerissene Brücken wieder aufbauen.
Nach 20 Jahren Ehe stellt sich jeder die Frage „War es das jetzt schon? Wie lange dauert das denn noch? Was ist aus meinen Träumen geworden, wenn mir mein Ehepartner nichts mehr zu sagen hat – außer „nimm deine Tabletten.“ Das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist offenbar ein Geheimnis. Weshalb es sonst „hei-raten“ heißt und nicht „hei-wissen“? Wäre völlige Offenheit ein Konzept für mehr Glück in der Ehe? Aber wer schafft es schon, nach 20 Jahren seinen Partner ehrlich zu fragen: „Langweilst Du dich auch so – wie mich?“ Ein weiser Mann sagt lieber zu seiner Frau: Nichts.
Was also tun, wenn Paartherapeuten keine Termine frei haben? Ein Ticket für Stephan Bauer kaufen! Eheberatung hilft, Yoga hilft, aber an einem Comedy-Abend gutgelaunt „Scheiße“ rufen ist günstiger. Nach 30 Jahren Ehe-Stahlbad weiß Bauer: Jeder will seinen Partner mal an die Wand tackern. Entscheidend ist doch, dass man ihn danach wieder abnimmt. „Lasst uns also das Elend einfach mit Humor betrachten“, rät er. „Ja, mein Partner hat ein Rad ab, aber schaut mal, wie schön es rollt.“
Zwei Stunden Ehespaß, damit es uns allen besser geht. Ein Mikrophon, ein Barhocker, Pointen Schlag auf Schlag, Lachen ohne Atempause. Und das Schöne: die Eintrittskarte ist in der Therapiesitzung inbegriffen.
Samstag, 7. November 2026
Matthias Brodowy | „Sachen gibt´s“
Für die Kritiker ist Brodowy „ein Vertreter des poetischen Kabaretts“, „ein Meister verbaler Komik“, „ein gewiefter Pointen-Ballistiker“, „ein begnadeter Schnellsprecher“, „politisch, offensiv, überzeugend“ und „frech auf hohem Niveau“. Für uns ist er ein Künstler, den Sie nicht verpassen dürfen!
Der ganze Scheiß mit den Fakenews begann doch, als die Dinosaurier Adam und Eva auffraßen. Dafür kannst du morgens jetzt gut gelaunt in den Badezimmerspiegel schauen, weil dich eine KI wie George Clooney aussehen lässt. In Thonotosassa stellten 115 Ziegen einen Weltrekord im Ziegen-Yoga auf und das stimmt tatsächlich, während es ein Gerücht ist, dass die Würde des Menschen unantastbar sei.
Was ist wahr? Was ist unwahr? Und wieviel Bauernschläue braucht der Mensch, um sich selbst nach ganz oben zu faken. Ja, wir können immer wieder nur feststellen: Sachen gibt’s…
Der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy, ausgezeichnet u.a. mit dem Prix Pantheon, dem Gaul von Niedersachsen und dem Deutschen Kleinkunstpreis, präsentiert sein brandneues Programm. Wie immer komisch, philosophisch, nachdenklich und höchst musikalisch.
Freitag, 4. Dezember 2026
HG BUTZKO | „Klappe zu! – der satirische Jahresrückblick“
Der Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts und Preisträger der „Tuttlinger Krähe“ kommt zu einer satirischen Nachlese aufs zu Ende gehende Jahr. Seit 1997 steht HG.Butzko auf der Kabarettbühne und zählt mittlerweile zu den Spitzenkräften des Genres hierzulande.
Das zurückliegende Jahr ist (fast schon) Geschichte, und lieferte an 365 Tagen viele kleine und große Geschichtchen mit jeder Menge Unterhaltungspotenzial. HG.Butzko hat sie sich alle notiert … und kommentiert. Und pasteurisiert und püriert, aber vor allem immer pointiert. Er erinnert sich noch mal alle Lügen, Vertuschungen und falschen Versprechungen der letzten zwölf Monate aus Politik, Wirtschaft und Medien. Herausgekommen ist dabei ein Parforceritt durch die Meldungen des vergangenen Jahres und ein Potpourri der guten Laune. Und zwar eines, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Denn das nächste Jahr kommt bestimmt. Und wer weiß, ob es dann wieder so viel zu lachen gibt.
Kabarett mit HG. Butzko ist ein bisschen anders als gewohnt, denn es ist eine brüllend komische und bisweilen besinnliche Mischung aus Infotainment, schonungsloser Politikanalyse, schnoddrigen Gags, Frontalunterricht und pointierter Nachdenklichkeit. Das hat er bereits in zwölf Soloprogrammen bewiesen – und das bringt er auch in seinem Jahresrückblick auf den Punkt! Wo andere elegant abbiegen, da brettert Butzko voll durch. Und trifft! Den Kern der Sache und das Zwerchfell des Publikums. Herzerfrischend und Bewusstseinserweiternd.
Donnerstag, 17. Dezember 2026
DER TOD | „Tödliche Weihnacht“
Weihnachten einmal ganz anders „erleben“ … Der Tod macht das in einer Spezialedition seines Death Comedy Programms möglich … und wie! „Ein Sensenmann zum Totlachen!“ findet die Süddeutsche Zeitung.
2023 gewann er die Tuttlinger Krähe, 2024 glänzte er als Moderator beim Preisträgerabend und 2025 kam er erstmals abendfüllend an die Donau … und jetzt steht er mit seinem ziemlich schrägen Weihnachtsprogramm auf der „Bühne im Anger“ – selbstredend stilecht in Kutte und mit Sense und DiePhone.
Alle Jahre wieder feiert die christliche Welt eine Geburt. „Pfui Spinne“, meint der Tod. Doch weil jedem Anfang auch ein Ende innewohnt, lädt er in diesem Jahr persönlich zu einer weihnachtlichen
Spezial-Version seines preisgekrönten Comedy-Programms ein. Schließlich ist er auf großer Image-Kampagne und da sollte sich auch ein Tod dem Fest der Liebe nicht völlig verschließen. So werden gefällte Tannenbäume und gebratene Gänse besungen und Lebkuchen als diskriminierend geoutet. Mit dabei ist neben dem Sensenmann u.a. auch Mautzi, die rechte Hand des Todes. Das Publikum erfährt vom Winterschlussverkauf im Jenseits, während der Tod Bilder aus seinem privaten Fotoalbum zeigt und schaurig schön Weihnachtsklassiker singt, die aus seinem Munde eine ganz neue Bedeutung bekommen. Denn die dunkle Jahreszeit kann jemand wie er auch an Weihnachten nicht ganz dem Leben überlassen.
Mit Witz und Charme begegnet der Tod dem Tabuthema der modernen Gesellschaft.
… und 2027 kommen dann Bauchsängerin Murzarella, Kabarettist und „Krähe“-Preisträger Matthias Egersdörfer, das deutsch-schweizer Duo Hart auf Hart, der Musiker Mathias Kellner und der Allgäuer Maxi Schafroth, bis 2025 Fastenprediger beim „Derblecken“ auf dem Münchener Nockherberg, zu uns in die Angerhalle.