
Tuttlingen. Sieben sehr unterschiedliche, durchweg hochklassige Konzerterlebnisse beschert die Stadthalle Tuttlingen mit ihrem neuen, am 11. Oktober beginnenden Abo-Programm den Freunden klassischer Musik: Sieben Abende sind bis Mai 2027 im Konzert-Abo zu erleben. Das Programm, das einmal mehr in enger Kooperation mit Geiger und Dirigent Alban Beikircher (Bad Saulgau) entstand, verspricht hochkarätige Ensembles und Solisten und viel Abwechslung mit Orchesterkonzerten und Vokalmusik. Der Bogen spannt sich von jungen Talenten, die auch Lokalkolorit ins Programm bringen, bis hin zu international gefragten Top-Solisten wie Pianistin Lise de Salle oder der Londoner A-cappella-Formation Apollo5. 2027: Im Mittelpunkt steht gleich an mehreren Abenden Ludwig van Beethoven, dessen Todestag am 26. März sich im nächsten Jahr zum 200. Mal jährt. Das Konzertabo garantiert fast 35% Preisermäßigung gegenüber den Einzelkarten. Abos sind ab Montag, 24. August, in der Ticketbox zu haben, Einzelkarten dann im Freiverkauf ab 31. August bei allen bekannten Vorverkaufsstellen in der Region.
„Live erlebte Konzerte garantieren Musikerlebnisse, die keine Aufnahme auch nur im Ansatz ersetzen kann“, versprechen der künstlerische Berater Alban Beikircher und Tuttlinger Hallen-Geschäftsführer Michael Baur unisono. Renommierte nationale und internationale Künstler, Solisten, Orchester und Kammerensembles sowie namhafte Dirigenten werden in den kommenden Monaten in Tuttlingen zu erleben sein. Mit dem Programm der neuen Spielzeit wollen Baur und Beikircher „das Niveau hoch halten und hier und da überregional Akzente setzen.“ Beide wünschen sich dafür ein Publikum, „das Spaß hat, mit uns auch einmal nicht ausgetretene Wege zu beschreiten und sich auf Neues einzulassen.“
Unter der Leitung von Alban Beikircher selbst übernimmt am 11. Oktober die Junge Philharmonie Oberschwaben – der guten Übung der letzten Jahre folgend im Wechsel mit dem Landesjugendorchester – den Einstieg in die neue Konzertsaison in Tuttlingen. Die JPO ermöglicht seit 18 Jahren jungen Musikerinnen und Musikern, darunter auch einigen Talenten aus Tuttlingen, große sinfonische Werke auf die Bühne zu bringen. 2026 kommen Kompositionen von Franz Liszt, Gioachino Rossini und Pjotr Iljitsch Tschaikowski zur Aufführung. Zudem hat das Orchester mit Florian Karl Enrique Briegel auch diesmal einen Komponisten beauftragt, ein Auftragswerk zu komponieren, das durch das Jugendorchester seine Uraufführung erfährt.
Mit Starpianistin Lise de La Salle geht es am 10. November weiter: Ihre Vita unterstreicht, weshalb die Französin zurecht als eine der aufregendsten Klavierkünstlerinnen der Gegenwart und als Musikerin mit überragender Sensibilität und Virtuosität gilt. Mit außergewöhnlicher musikalischer Reife, technischer Brillanz und großer Ausdruckskraft wird die Ausnahmekünstlerin das Publikum in der Stadthalle Tuttlingen mit Werken von Frédéric Chopin und Franz Liszt begeistern.
Am dritten Adventssonntag, dem 13. Dezember, bringt Apollo5 sein Weihnachtsprogramm „Christmas Lights“ in die Stadthalle Tuttlingen. Das Vokalquintett, das sich aus einem Sopran (Penelope Appleyard), einem Mezzosopran (Lily Robson), zwei Tenören (Thomas Mottershead, Joseph Taylor) und einem Bass (Augustus Perkins Ray) zusammensetzt, hat seinen Namen vom altgriechischen Gott der Musik. Apollo5 ist für seinen reichen, dynamischen Klang bekannt und zeigt, wie kraftvoll fünf Stimmen allein klingen können.
Ins neue Klassikjahr 2027 geht es dann am 28. Februar mit einem Violinrezital vom Duo Johannes Ascher und Leon Wenzel. Der Programmtitel „An die unsterbliche Geliebte“ bezieht sich auf einen im Jahr 1812 verfassten Brief von Ludwig van Beethoven an eine anonyme Adressatin. Dreh- und Angelpunkt des Programmes ist seine Violinsonate Nr. 10 Op. 96, welche zur gleichen Zeit wie der Brief entstand. Gegenüber gestellt wird Beethovens einziger Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ Op. 98 erklingen. Das Thema der Liebe wird dazwischen mit zwei eher untypischen Romanzen von Max Reger und Karol Szymanowski reflektiert, welche durch besonderen Tiefgang beeindrucken.
Am 13. März bietet die Stadthalle Besonderes: zu sehen ist der an Original-Schauplätzen gedrehte österreichische Stummfilm „Beethoven“ von Hans-Otto Löwenstein aus dem Jahr 1927, der damals den 100. Todestag des Komponisten feierte. Mit dem großartigen Charakterschauspieler Fritz Kortner in der Titelrolle zeichnet der Film die wichtigsten Stationen im Leben von Ludwig van Beethoven nach und verknüpft dessen Vita mit seinen großen Werken. Die neue Musikfassung des vielfach ausgezeichneten Komponisten Malte Giesen (*1988) verarbeitet alle im Film genannten Beethoven-Werke in einer originellen, zwischen Kintopp und Kunstmusik changierenden Bearbeitung für Klavier, Präparationen und Tonzuspielungen. Dabei arbeitet Giesen mit Techniken, die an die zeitgenössische Ästhetik seiner Generation anknüpfen: Remix, Sampling oder Shuffling.
Am Klavier begleitet wird der Film vom ostwestfälischen Steinway-Pianisten und Cembalisten Moritz Ernst (*1986). Ernst gehört zu jenen seltenen Künstlern, die Geschichte und Gegenwart in einem Atemzug denken –und klingen lassen.
Ende April besucht das französische Streicher-Ensemble Quatuor Hermès erstmals Tuttlingen. Das Quartett mit dem Namen des griechischen Musikgottes wurde 2008 beim Studium mit Mitgliedern des Ravel Quartetts in Lyon gegründet, besteht Quatuor Hermès aus Omer Bouchez (Violine), Elise Liu (Violine), Manuel Vioque-Judde (Viola) und Yan Levionnois (Cello) und ist in Tuttlingen mit Werken von Leos Janacek und Ludwig van Beethoven zu hören. Wichtige Begegnungen gab es mit dem Ysaÿe und dem Artemis Quartett. Später wurde auch Alfred Brendel eine unschätzbare Quelle der Inspiration. Die Carnegie Hall in New York, die Verbotene Stadt in Peking oder die Wigmore Hall in London gehören zu den Sälen, die sie am meisten geprägt haben.
Zum Abschluss der Konzertsaison 2026/27 tritt schließlich am 12. Mai unter der musikalischen Leitung von Roberto Paternostro die Württ. Philharmonie Reutlingen mit Michael Korstick am Klavier auf. Die Württembergische Philharmonie Reutlingen, regelmäßiger Gast bei den großen Orchesterkonzerten in Tuttlingen, spielt mit Don Juan op.20 und der Rosenkavalier-Suite zwei Werke von Richard Strauß. Hauptwerk des Abends ist das Klavierkonzert Nr. 2, B-Dur, op. 83 von Johannes Brahms: Solist Michael Korstick ist nicht nur einer der bedeutendsten Beethoven-Interpreten unserer Zeit, sondern auch einer der vielfältigsten Pianisten seiner Generation.
Das Konzertabonnement für die Saison 2026/27 mit sieben Abenden gibt es je nach gewählter Kategorie zu Preisen zwischen 114 und 154 €. Die Ersparnis gegenüber den Einzelkarten beträgt dabei mit Abo bis zu 78,90 €, der einzelne Konzertabend lässt sich mit Abo schon ab 16,30 € genießen. Abos können ab Montag, 24. August, bei der Vorverkaufsstelle der Tuttlinger Hallen, der Ticketbox in der Königstraße 39 (in der Stadthalle am Europaplatz) gebucht werden. Einzelkarten für alle genannten Veranstaltungen sind dort und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen dann ab Montag, 31. August, 10 Uhr erhältlich. Eine telefonische Hotline ist dann unter Tel. (07461) 966 27 300 eingerichtet, online gibt es Karten unter www.tuttlinger-hallen.de.